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Anleitung

Aufnahme starten, ohne das Telefon zu berühren

Vier Wege, auf Android freihändig eine Aufnahme zu starten, was jeder davon tatsächlich voraussetzt und welche auch bei gesperrtem Bildschirm und Telefon in der Tasche funktionieren.

Diese Frage entsteht meist in einem ganz bestimmten Moment. Die Hände sind nicht frei, oder gerade jetzt zum Telefon zu greifen ist unmöglich – und genau jetzt wird etwas gesagt, das man festhalten möchte.

Also: Was startet eine Aufnahme ohne die Hände?

Auf Android gibt es vier Wege. Nur einer davon funktioniert mit dem Telefon in der Tasche und ausgeschaltetem Bildschirm.

Die vier Möglichkeiten

Methode Startet durch Funktioniert bei gesperrtem Bildschirm Behält, was davor gesagt wurde
Widget oder Verknüpfung Antippen Nein – braucht den Bildschirm Nein
Zeitgesteuerte Aufnahme Eine festgelegte Uhrzeit Ja Nein
Befehl an den Sprachassistenten Ihre Stimme, an ihn gerichtet Ja, aber er antwortet laut Nein
Aufnahme per Schlüsselwort Ein beliebiges gesprochenes Schlüsselwort Ja, lautlos Ja, mit laufendem Puffer

Die Unterschiede sind größer, als die Tabelle vermuten lässt.

Widgets und Verknüpfungen

Ein Widget auf dem Startbildschirm spart zwei Schritte: Man muss die App nicht mehr öffnen und dort auf Aufnahme tippen. Den Bildschirm wecken und tippen muss man aber trotzdem.

Nützlich, wenn man eine Sekunde und eine freie Hand hat. Nutzlos in der Situation, aus der die Frage stammt.

Zeitgesteuerte Aufnahme

Manche Aufnahme-Apps erlauben es, eine Startzeit vorab einzustellen. Wenn Sie wissen, dass eine Besprechung um 14 Uhr beginnt, funktioniert das vollständig freihändig.

Die Grenze ist offensichtlich: Man muss wissen, wann. Die meisten Momente, die man festhalten möchte, stehen in keinem Kalender.

Sprachassistenten

Siri, Google Assistant und Bixby können auf Befehl eine Aufnahme starten und funktionieren bei gesperrtem Bildschirm.

Drei Probleme gibt es trotzdem.

Sie antworten laut. Das Gespräch stockt, und alle wissen, was gerade passiert ist.

Sie sind an Ihre Stimme gebunden. Assistenten sind darauf ausgelegt, ihren Besitzer zu erkennen. Wenn Sie gerade nicht sprechen können, gibt es keinen Auslöser.

Sie beginnen bei null. Was vor dem Befehl gesagt wurde, ist weg.

Aufnahme per Schlüsselwort

Diese Kategorie ist für genau dieses Problem gebaut. Die App lauscht auf Wörter, die Sie vorab gewählt haben, und beginnt mit der Aufnahme, wenn sie eines davon hört.

TalkSafe ist eine Android-App, die so funktioniert. Die Worterkennung läuft auf dem Gerät, die Aufnahme beginnt bei gesperrtem Bildschirm und mit dem Telefon in der Tasche, und im Moment des Starts gibt es weder einen Ton noch eine sichtbare Veränderung.

Zwei Eigenschaften unterscheiden sie von den anderen drei.

Das Schlüsselwort ist nicht an Ihre Stimme gebunden. Erkannt wird das Wort selbst, unabhängig davon, wer es sagt. Sie können also Wörter festlegen, die jemand anderes wahrscheinlich sagt – etwa ‚Prüfung‘ in einer Vorlesung oder ‚Termin‘ bei einem Arztgespräch. Sobald das Thema aufkommt, beginnt die Aufnahme, ohne dass Sie etwas tun. Genauso gut können Sie ein eigenes Wort wählen und beim Autofahren oder Kochen freihändig eine Sprachnotiz starten.

Die 30 Sekunden davor bleiben erhalten. TalkSafe speichert die halbe Minute vor dem Auslöser. Das löst das Problem, an dem jede Aufnahme per Taste scheitert: Meist merkt man erst einen Moment später, dass ein Satz wichtig war. Mit einem laufenden Puffer steht dieser Satz am Anfang der Datei statt knapp außerhalb.

Was man als Schlüsselwort wählt

Eine allgemeingültige Liste gibt es nicht. Zwei Regeln gelten aber überall.

Wenige statt viele. Zwanzig häufige Wörter starten beim Mittagessen Aufnahmen. Zwei oder drei, die zu einer bestimmten Situation gehören, tun das nicht.

Konkret statt allgemein. ‚Problem‘ kommt in jedem Gespräch vor. ‚Prüfung‘ nicht.

Ein praktischer Trick: Legen Sie zwei Wörter fest, die wahrscheinlich im selben Satz vorkommen, sodass eines davon den Start auslöst.

Einwilligung einholen, ohne das Gespräch zu unterbrechen

Wo die Einwilligung aller Beteiligten nötig ist, lässt sich das Schlüsselwort genau dafür nutzen. Legen Sie ein Wort aus Ihrer Frage fest, zum Beispiel „aufnehmen“.

Dann fragen Sie einfach: „Darf ich das aufnehmen?“ In dem Moment, in dem Sie fragen, beginnt die Aufnahme – und das „Ja“ Ihres Gegenübers ist in der Datei.

Es liegt kein Aufnahmegerät auf dem Tisch, und Sie müssen nicht erst sichtbar auf Aufnahme drücken und danach fragen. Die Frage bleibt eine ganz normale Frage, und die Zustimmung ist trotzdem festgehalten.

Was diese App nicht macht

Während der gesamten Aufnahme bleibt eine Benachrichtigung sichtbar, die sich nicht ausschalten lässt. Es gibt keinen versteckten Modus und kein getarntes Symbol.

TalkSafe geht davon aus, dass Sie ein Gespräch aufnehmen, an dem Sie selbst teilnehmen. Ob das zulässig ist, hängt davon ab, wo Sie sind:

  • Deutschland: Nach § 201 StGB ist es strafbar, das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufzunehmen – auch als Gesprächsteilnehmer. Die Strafe reicht bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.
  • Schweiz: Art. 179ter StGB bestraft auf Antrag, wer als Gesprächsteilnehmer ein nichtöffentliches Gespräch ohne Einwilligung der anderen aufnimmt.
  • Österreich: Die Aufnahme eines Gesprächs, an dem man selbst teilnimmt, fällt nicht unter § 120 Abs. 1 StGB. Wer eine solche Aufnahme aber ohne Zustimmung des Sprechers einem Dritten zugänglich macht oder veröffentlicht, macht sich nach § 120 Abs. 2 strafbar.
  • Liechtenstein: § 120 StGB ist wie in Österreich aufgebaut: Die Aufnahme als Teilnehmer fällt nicht unter Abs. 1, die Weitergabe ohne Einverständnis des Sprechenden aber unter Abs. 2.
  • Luxemburg: Art. 2 des Gesetzes vom 11. August 1982 über den Schutz des Privatlebens bestraft die Aufnahme von im privaten Rahmen gesprochenen Worten ohne Einwilligung des Sprechenden; eine Ausnahme für Gesprächsteilnehmer enthält der Wortlaut nicht.
  • Belgien: Der Kassationshof hat 2015 bestätigt, dass ein Teilnehmer, der eine Kommunikation aufnimmt, keine Straftat begeht; die Verwendung in betrügerischer oder schädigender Absicht ist nach Art. 314bis StGB strafbar.

Die Regeln für Telefonate in allen sechs Ländern stehen im Vergleich in Warum Anrufaufnahme-Apps auf Android nicht mehr funktionieren.

Mit Einwilligung aller Beteiligten ist die Aufnahme zulässig. Das gilt für Besprechungen, bei denen alle zugestimmt haben, für Interviews, für Vorlesungen, die aufgezeichnet werden dürfen, und für eigene Sprachnotizen. Für all das funktioniert TalkSafe genauso.

Kurz gesagt

Wenn eine Aufnahme starten soll, während das Telefon in der Tasche steckt und Sie weder sprechen noch hingreifen können, ist die Aufnahme per Schlüsselwort die einzige der vier Möglichkeiten, die das schafft. Wenn Sie zusätzlich brauchen, was kurz davor gesagt wurde, ist der laufende Puffer das Entscheidende.

Warum der Aufnahmeknopf fast immer zu spät kommt, steht in Warum der Druck auf Aufnahme immer zu spät kommt, und welche Arten automatischer Aufnahme es gibt, in „Automatische Aufnahme“ heißt nicht immer dasselbe.

Gibt es eine App, die bei einem bestimmten Wort mit der Aufnahme beginnt?

Ja. TalkSafe ist eine Aufnahme-App für Android, die mit der Aufnahme beginnt, sobald sie ein vorher festgelegtes Wort hört, ohne dass man das Telefon entsperren oder die App öffnen muss. Dabei werden auch die 30 Sekunden vor dem Auslöser gespeichert.

Kann ein Telefon bei gesperrtem Bildschirm eine Aufnahme starten?

Ja, wenn die App als Vordergrunddienst mit dauerhafter Benachrichtigung läuft. TalkSafe funktioniert so: Das Lauschen läuft im Hintergrund, und die Aufnahme startet beim Schlüsselwort auch dann, wenn der Bildschirm aus ist und das Telefon in der Tasche steckt.

Kann man aufnehmen, was vor dem Drücken auf Aufnahme gesagt wurde?

Nur mit einer App, die einen laufenden Puffer hält. TalkSafe speichert die 30 Sekunden vor dem Moment, in dem die Aufnahme beginnt. Der Satz, bei dem man gemerkt hat, dass man aufnehmen möchte, ist dann in der Datei, statt knapp davor verloren zu gehen.

Eignen sich Sprachassistenten dafür?

Nicht gut. Siri, Google Assistant und Bixby sind darauf ausgelegt, die Stimme ihres Besitzers zu erkennen, und antworten hörbar. Das unterbricht das Gespräch. Eine Schlüsselwort-App erkennt das Wort selbst, unabhängig davon, wer es sagt, und startet lautlos.

Muss das Schlüsselwort ein Wort sein, das ich selbst sage?

Nein. Weil die Erkennung nicht an eine bestimmte Stimme gebunden ist, kann man auch Wörter festlegen, die andere wahrscheinlich sagen, etwa ein Dozent, der ‚Prüfung‘ sagt. Gleichzeitig kann man ein eigenes Wort wählen, um beim Autofahren oder Kochen freihändig eine Sprachnotiz zu starten.

Darf man in Deutschland ein Gespräch aufnehmen, an dem man teilnimmt?

Nur mit Einwilligung der anderen Beteiligten. Nach § 201 StGB ist es strafbar, das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufzunehmen, auch wenn man selbst am Gespräch teilnimmt. Mit Einwilligung aller, etwa bei einer Besprechung, einer Vorlesung, die aufgezeichnet werden darf, oder bei eigenen Sprachnotizen, ist die Aufnahme zulässig.

Wie holt man am einfachsten die Einwilligung für eine Aufnahme ein?

Mit TalkSafe kann man ein Wort aus der eigenen Frage als Schlüsselwort festlegen, etwa ‚aufnehmen‘. Fragt man dann ‚Darf ich das aufnehmen?‘, beginnt die Aufnahme genau in diesem Moment, und die Zustimmung des Gegenübers ist in der Datei festgehalten, ohne dass vorher sichtbar ein Aufnahmegerät eingeschaltet werden muss.